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Mit Körperfettwaagen Körperfettanteil messen?

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Wer abnehmen will, möchte natürlich gern wissen, was ist da im Körper passiert. Denn wenn man "nur" Gewicht verloren hat, heißt das noch lange nicht, dass man etwas Gutes erreicht hat. Bedenklich ist es, wenn man statt Fett nur Muskelmasse und an Knochendichte verloren hat, nur weil man wieder mal aus einer Zeitschrift einer "Hunger"-Diät aufgesessen ist. Auch kann es nur reiner Wasserverlust sein, weil man den Körper mit einem Trinkmangel oder übertriebenen Saunagängen in einem ständigen "Durstzustand" hält. Das ist nicht nur gefährlich hinsichtlich der Nieren- und Herz-Kreislauffunktion (es drohen Nierensteine u.a.), sondern ist bei normalen Trink- und Saunagewohnheiten schnell an Gewicht wieder aufgeholt.

Wie bekomme ich denn nun mit, ob ich Fett abgebaut habe? Man muss versuchen, den Körperfettanteil zu ermitteln. Dazu gibt es unterschiedliche Methoden.

Meßmethoden

1. Bod Pod

Beim Bod Pod misst ein Gerät die Menge an Luft, die ein Mensch in einem geschlossenen System verdrängt. Und daraus lässt sich mit Hilfe des Körpergewichtes die Körperzusammensetzung berechnen. Ein sehr genaues aber auch sehr teures Verfahren, dass hauptsächlich in der Forschung angewandt wird.

2. Röntgenscan

Beim Röntgenscan wird der ganze Mensch mit schwachen Röntgenstrahlen durchleuchtet. Fett, Muskeln und Wasser schwächen die Strahlen unterschiedlich ab. Daraus wird der Körperfettanteil ermittelt. Wegen der Strahlenbelastung und der langen Untersuchungsdauer ist dieses sehr exakte Verfahren nur etwas für die Forschung.

3. Unterwasserwägung

Bei der Unterwasserwägung macht man sich zunutze, dass Fett leichter als Wasser ist. Je mehr ein Mensch davon hat, desto leichter ist er unter Wasser, weil der Auftrieb durch das Fett groß ist. Aus dem Unterwasser-Gewicht und dem, das die normale Waage anzeigt, wird über verschiedene Rechenschritte zunächst die Körperdichte und schließlich der Körperfettanteil ermittelt. Die Unterwasserwägung ist die wohl genaueste Methode zur Körperfettbestimmung, allerdings auch sehr aufwendig.

4. Hautfaltendickemessung

Bei der Hautfaltendickemessung wird an 10 Stellen die Fettschicht unter der Haut gemessen und daraus das Gesamtfett errechnet. Eine sehr ungenaue Methode, die aufwändig ist und deshalb kaum noch in Anwendung ist.

5. Bio-Impedanzanalyse

Bei der Bio-Impedanzanalyse (BIA) macht man sich zu nutze, dass ein sehr schwacher Strom durch den Körper geleitet wird, und der unterschiedliche Gehalt an Fett, Muskeln und Wasser den Strom mehr oder minder verringert, denn Fett ist ein schlechter elektrischer Leiter, im Gegensatz zu Muskel oder Wasser. Aus der Veränderung des Stromflusses wird ein Wert für den Körperfettgehalt und den Wassergehalt ermittelt.
Bei diesen Messgeräten gibt es verschiedene Formen mit einigen Vor- und Nachteilen, die aber fast alle eines gemeinsam haben: Sie sind sehr ungenau, weil man so viele Dinge beachten muss, dass Einzelmessungen schon einen Zufallscharakter haben. Später dazu mehr.

Der durchgeleitete Strom durch den Körper ist so gering, dass man es nicht merkt. Aber alle Hersteller verweisen trotzdem darauf, dass diese Messgeräte nicht für Schwangere und Träger von Herzschrittmachern und sonstigen elektrisch betriebenen Implantaten geeignet ist! Problematisch dabei ist, dass Frauen in den ersten 3 Wochen einer Schwangerschaft oft noch überhaupt nicht wissen, dass sie es sind.

Hand-Hand-Gerät
Der Strom geht vom Messgerät über eine Hand durch den Oberkörper zur anderen Hand und zum Messgerät zurück. Kann am ehesten das Herz beeinflussen ist aber nicht so empfindlich, ob man ein volle der leere Blase hat.

Bein-Bein-Gerät
Diese Geräte sind meist gleich mit einer Waage kombiniert und der Strom geht vom Messgerät über Fuß, Bein, Unterkörper wieder zu Bein, Fuß und Messgerät. Hier hat der Füllungszustand der Blase einen sehr starken Einfluss auf die elektrische Leitfähigkeit und damit Einfluss auf die Messwerte, ist aber im Einfluss auf das Herz etwas geringer.

Hand-Bein-Gerät
Sind bei dieser Meßmethode noch die genauesten Geräte, weil der Strom über eine Hand zum Arm und den ganzen Körper bis zum Fuß fließt und so der ganze Körper erfasst wird.




Häufige Messfehler

Einige mögliche Fehlerquellen habe ich schon kurz angerissen:

  • Zustand der Hände (Füße) hat großen Einfluss auf den Meßwert. Wer gerade geschwitzt hatte, oder sich die Hände gewaschen hatte, bringt einen ganz anderen Stromfluss zu Stande, als wenn er trocken ist. Ja sogar die Frage, ob die Hände (Füße) warm oder kalt sind, kann schon entscheidend sein (wegen der Hautverdunstung).

  • Ähnlichen Einfluss hat, ob ich mich gerade eingecremt hatte oder nicht.

  • Habe ich den ganzen Tag wenig trinken können, werden sowohl Körperfettanteil und Wasseranteil falsch angezeigt.

  • Frauen sollten beachten, dass der Fettgehalt und der Wassergehalt starken zyklusbedingte Schwankungen unterliegt!

  • Ähnliche Wirkung tritt auf, wenn man den Tag zuvor eine kräftige "Sause" gemacht hat, denn das wirkt auch verfälschend.

  • Aber auch eine stark gefüllte Harnblase verfälscht die Werte.

  • Wer mit starker Hornhautbildung an der Ferse zu kämpfen hat, wird auch sehr starke Sprüngen in den Messwerten erkennen, wenn er sich die Hornhaut entfernen lässt.

  • Nachfolgende Messfehler kann man durch 2 - 3 Messungen hintereinander ausschließen

  • Bei Hand-Hand-Geräten wird unterschiedlich stark zugegriffen.

  • Bei Bein-Bein-Geräten wird ein Fuß mehr belastet als der andere, weil man nicht gleichmäßig aufgetreten ist, oder dass Gewicht mehr auf dem Ballen (Ferse) liegt.

Bei den sehr kleinen fließenden Strömen, kann es deshalb schnell zu starken Schwanken kommen. Eine kleine Messreihe soll das verdeutlichen:

Datum 29.04. 02.05. 04.05. 06.05.
Gesamtgewicht kg 71,5 72,5 71,6 70,2
Körperfett % 19,7 20,8 19,2 18,8
Wassergehalt % 54,6 53,6 55,1 55,1
Interessant wird das Ganze, wenn man die Prozentangaben mit Hilfe des Gesamtgewichts in tatsächliche Gewichtseinheiten umrechnet:
Körperfett kg 14,1 15,1 13,8 13,2
Wassergehalt kg 39,0 38,9 39,5 38,7
Sehr deutlich wird die Ungenauigkeit wenn man die Schwankungen beim Körperfett sieht. Es ist einfach unrealistisch, dass ich in 3 Tagen ein ganzes Kilogramm Fett zulege und in gar 2 Tagen schon wieder 1,3 kg Fett verbrannt habe.


KörperfettwaageObwohl ich als ehemaliger Arbeitshygieniker gewohnt war, exakte Messreihen zu organisieren (habe mehrere Messberechtigungen) konnten ich mit meiner Körperfettwaage (Typ Korona Modell KFW 4002 siehe Foto) insbesondere hinsichtlich des besonders interessanten Fettgehalts keine stabilen Werte ermitteln. Vom 2.5 bis 6.5. habe ich garantiert keine 1,9 kg Fett abgebaut. Wer aber die Einflussmöglichkeiten auf den Messfehler sieht, kann die Unterschiede nachvollziehen. Dabei habe ich einige Regeln für meine kleine Messreihe eingehalten gehabt, die ich jedem empfehle analog anzuwenden:
  • Ich war an den genannten Tagen immer pünktlich um 7 Uhr aufgestanden.
  • Bin sofort auf Toilette und habe die Harnblase entleert.
  • Habe mich anschließend sofort ohne Sachen auf die Waage gestellt.
  • Habe versucht, beide Füße gleichmäßig zu belasten.
  • Waage stand immer an der gleichen Stelle.

Einen besseren Überblick bekommt man, wenn man immer einige Tage zu einem Mittelwert zusammenfasst. Danach sollte man eine längere Pause einlegen und erst dann wieder so eine kleine Messserie starten. So kann man am ehesten eine Entwicklung erkennen.
Wer täglich seinen Fettgehalt mit so ungenauen Messmethoden überprüft, macht sich nur selbst verrückt!

Da wird sich jetzt mancher sagen, warum kauft er sich dann so eine Waage? Es war die Idee meiner Frau, weil unsere bisherige Waage noch aus DDR-Zeiten stammt und meine Frau die Richtigkeit der Werte anzweifelte. Als bei uns ein neuer Elektromarkt Neueröffnung feierte gab es als Lockangebot oben abgebildete Waage zum Schnäppchenpreis von 10 Euro. Schon die erste Messung brachte ein klein es Problem hervor: Meine Gewicht mit der neuen Waage ergab 71,5 kg und meine Waage aus DDR-Zeiten zeigte auch 71,5 kg an. Kauf war eigentlich nicht notwendig gewesen. Hätte ich vorher bei Ökotest reingeschaut, hätte ich mir die 10 Euro auch sparen können.




Empfehlungen für Fett- und Wassergehalt

Welchen Anteil an Körperfett sollte man denn haben? Das hängt von Geschlecht, Alter und Körperbau (Knochenbau) ab. Bevor ich hier irgendwelche Tabellen abpinsele, hier gleich der entsprechende Link:
Zur Körperfetttabelle (Seite öffnet im separatem Fenster)

Beim Wassergehalt findet man wenige Werte im Netz, bei denen gesagt wird, diese Werte seien normal. Aus der Beschreibung der Körperfettwaage von Korona habe ich folgende Werte entnommen:

  • Bei jungen Männern liegt der normale prozentuale Wassergehalt bei ca. 63 % und sinkt im Alter auf 52 %.

  • Bei jungen Frauen liegt der normale prozentuale Wassergehalt bei ca. 52 % und sinkt im Alter auf 46 %.

Ökotest - Ergebnisse

Die Zeitschrift Öko-Test (03/2003) hat 18 verschiedene Produkte zwischen 25 Euro und 159 Euro unter die Lupe genommen. Dabei wurden nur 3 Messgeräte als "gut" eingestuft. Die restliche 15 wurde als "mangelhaft" und "ungenügend" eingestuft. Damit es Ihnen nicht wie uns ergeht, hier die 3 Testsieger:

  • Nais Body Fat Watcher EW 4100 Preis damals: ca. € 70 Euro

  • Rowenta Bodymaster Vision BM-210
    Preis damals: ca. 160 € Euro

  • TCM Personenwaage mit Körperfettanalyse-Funktion von Tchibo
    Preis damals: ca. 60 € Euro

  • Eine Übersicht zu Personenwaagen finden Sie hier: Zur Übersicht Personenwaagen

Fazit

Sparen Sie sich den Kauf einer Körperfettwaage und stecken Sie das Geld lieber in noch bessere Laufschuhe, die noch besser die Gelenke schützen. Da haben Sie mehr davon.
Und was die Fettkontrolle anbetrifft, ist das Messband noch am besten, denn der Bauchspeck ist nach neusten Erkenntnissen das Gefährliche. Und am Bauchumfang kann man recht gut seine Erfolge bei der Fettverbrennung ersehen.

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