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Fußball gesünder als Jogging? Was eine Studie gezeigt haben will.

"Fußball gesünder als Jogging", diese Meldung geisterte im August 2007 durch alle Medien, ob Zeitung, Zeitschrift oder Teletext. Kann das sein? Einige Zweifler haben mich gefragt, ob das sein kann?


Hintergrund

In einer Studie haben dänische Wissenschaftler herausgefunden, dass beim Vergleich Joggen und Fußballspielen bei jungen Leuten die Fußballer mehr Kalorien verbraucht hatten und vor allem mehr Muskelmasse gebildet hatten, als die Jogger. Fast einhellig wurde das von den Medien interpretiert, Fußballspielen ist gesünder als joggen (fast wörtlich im ARD-Teletext)



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Meine Meinung zum Kalorienverbrauch - Muskelmasse

Das Problem für mich ist, dass ich die Ergebnisse der Studie nie im Original lesen konnte. Kann der Kalorienverbrauch beim Fußball wirklich höher sein als beim Jogging?
Ja und nein. Es ist meines Erachtens eine Frage des Tempos, mit der gejoggt wird und wie der Ablauf ist.

  • Fußballspielen ist vom Bewegungsablauf recht ungleichmäßig. Von langsamen Gehen bis zum vollen Sprint ist alles dabei. Gerade bei einem richtigen Sprint geht der Puls auch bei kurzen Strecken sehr schnell hoch. Wer ein Pulsuhr besitzt, kann aber auch sehr gut verfolgen, dass der Körper meist länger braucht, um zu den ursprünglichen Puls zu gelangen, was meist nicht mehr vollständig klappt, weil der nächste Sprint bald folgt.
  • Bei den meisten Joggern ist es allerdings so, dass sie meist ein recht gleichmäßiges Tempo laufen, an das sich der Körper in gewissen Maße gewöhnt. Wenn nicht ausgesprochene Berge dabei sind, pegelt sich beim trainierten Läufer nicht mal ein sehr hoher Puls ein.

Bei solch einem Bewegungsverlauf ist tatsächlich zu erwarten, dass ein Fußballspieler einen höheren Energieverbrauch realisiert, als ein im gleichmäßigem Tempo laufender Jogger. Wer allerdings meinem Rat folgt, den ich in meiner Seite Lauf gebe, wird vor diesem Problem nicht stehen. Dort empfehle ich, nicht stur in einem Tempo zu laufen, sondern das Tempo zu variieren und öfter mal eine Sprinteinlage durchzuführen.

So eine Sprinteinlage hat aber noch einen weiteren Vorteil. Wer sprintet, drückt sich wesentlich stärker vom Boden ab und muss mehr Muskeln beanspruchen, als ein ständig in gleichmäßigem Tempo laufender Jogger (bis zum stärkeren Armeinsatz). Wer mehr Muskeln beschäftigt, kann natürlich auch mit einem größerem Plus an Zunahme von Muskelmasse rechnen.
So gesehen liefert die Studie sicher keine falschen Aussagen.
Wer allerdings den Empfehlungen meiner Seiten folgt, wird allerdings noch besser fahren. Ich empfehle ja nicht nur das Tempo stark zu variieren, sondern setze auch auf genügend Ausgleichsport, damit genügend andere Muskelgruppen beschäftigt werden, die aber auch nicht unbedingt besonders wachsen sollen.

Warum aber die Bildung von mehr Muskelmasse und ein höherer Energieverbrauch gesünder sein sollen, wie ja die Journalisten behaupten, erschließt sich mir nicht. Denn eines muss man immer bedenken: Höhere Belastungen schließen fast immer auch höhere Belastungen für den Bewegungsapparat ein. Mancher Läufer hat seine extensiven Lauflängen oft genug mit Schäden an Knie- oder Fußgelenken bezahlen müssen.



Gesundheitsgefährdung Fußball-Joggen

Damit wären wir gleich bei einem sehr wichtigen Punkt, den offensichtlich die Studie und die Journalisten völlig außeracht gelassen haben: Die Verletzungsgefährdung.
Durch die oft jähen Richtungsänderungen beim Fußballspielen werden gerade die Gelenke von Beinen und Füßen extrem belastet. Nicht umsonst zählt daher das Fußballspielen zu den nicht gerade gelenkschonenden Sportarten. Bezieht man das erhebliche Risiko der Verletzungen durch Foulspiel ein, dann ist es schon verwegen zu sagen, Fußballspielen ist gesünder als Joggen. Als ich in meiner Schülerzeit noch aktiv Fußball gespielt hatte, zog ich mir allein durch Foulspiel 3 Rippenanbrüche und ein Kniescheibenanbruch zu. Von diversen Prellungen aller Art bis zur Trommelfellperforation (ein abgefälschter nasser Ball schlug direkt auf dem Ohr auf) konnte ich mir nicht viel merken. In der kurzen Spielzeit von 5 Jahren (dann Wechsel zur Leichtathletik) habe ich mir eine Vielzahl mehr Verletzungen zugezogen, als in meiner langen Zeit als Jogger.

Das soll aber nicht heißen, als Jogger kann man sich nicht verletzen. Gerade Anfänger sollten sich warm machen und nicht gleich wie die Wilden lostoben. Sonst sind Muskelfaserrisse vorprogrammiert. Und auch vor der Übermotivation beim Laufen (siehe meine Seite Einführung sei nochmals ausdrücklich gewarnt, weil durch zu schnelle Leistungssteigerung die häufigsten Schäden beim Joggen entstehen. Und eine wichtige Verletzungsgefahr beim Joggen wird oft übersehen: Die Unkonzentriertheit! Ein Fußballspieler konzentriert sich meist auf den Ball. Beim Joggen wird sich oft unterhalten (wenn in Gruppen unterwegs), MP3-Player abgespielt und an weiß nicht woran gedacht, nur auf das Joggen selbst und den Weg denken viele nicht. Dort ziehen sich viele Läufer ihren Verletzungen zu, weil sie stolpern oder mit jemanden zusammenstoßen. Leider gehen auch solche Schusseligkeit in die Verletzungsliste beim Joggen ein. Haben Sie schon mal einen Fußballer mit MP3-Player spielen sehen?

Fazit

Langer Rede kurzer Sinn. Wenn ein Jogger nicht einseitig im gleichmäßigen Tempo durch die Gegend rennt und sich auf sein Laufen konzentriert, wird in Summe einen gesünderen Sport durchführen, als ein Fußballer. Zu dieser persönlichen Meinung stehe ich. Hier muss ich also einigen deutschen Journalisten widersprechen!



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