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Schlüsselblume und Rhabarber in der Heilung

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Wichtiger Hinweis:
Die nachfolgenden Tipps ersetzen auf keinen Fall eine medizinische Beratung, weil eine Selbstmedikation immer mit Risiko verbunden ist. Auch scheinbar harmlose natürliche Mittel können zu unbeherrschbaren Nebenwirkungen führen. Und wenn es nur eine Kreuzallergie bei Äpfeln ist, um nur ein Beispiel zu nennen.
Beachten Sie auch: Ich gebe meine Tipps aus besten Wissen und Gewissen. In vielen Fällen sind sich aber nicht mal die Experten einig. Das beste Beispiel sind die Ernährungstipps, die sich fast jährlich ändern.

Schlüsselblume - Primula Officinalis

Schlüsselblume
Die Schlüsselblume als Frühlingsbote ist ja bekannt und man findet sie viel auf trockenen Wiesen, an Abhängen und unter Bäumen und Gebüschen. Trotzdem wird es von vielen Leuten hinsichtlich Gesundheit kaum wahrgenommen. Dabei kommt der Schlüsselblume eine recht gute Wirkung bei Husten zu. Deshalb werden Extrakte der Schlüsselblume in vielen Hustenmitteln eingesetzt. Aber auch als Tee kann man die Schlüsselblume einsetzen, insbesondere wenn es um das Verbessern des Abhustens geht und als Mittel allgemein bei Erkältungskrankheiten. Weiteres Einsatzgebiete ist die Verbesserung der Drüsentätigkeit im Körper. Deshalb wird der Schlüsselblumentee auch gern bei chronischer Verstopfung und Blähungen eingesetzt. Die frühere Verwendung als Mittel bei Formen der Migräne und Schwindelattacken ist gegenüber der Wirkung als Hustenmittel zurückgetreten.

Früher wurde die Wurzel der Schlüsselblume zerrieben dem Niespulver beigemischt.

Beste Sammelzeit für die Schlüsselblume ist das Frühjahr von März bis Mai.

Wie ist denn dabei die Anwendungsweise? Eigentlich recht einfach:
  • Ein bis 2 Teelöffel der getrockneten Blüten in eine Tasse geben und mit siedendem Wasser übergießen. Danach 5 - 10 Minuten ziehen lassen und dann noch warm trinken.




Chinesischer Rhabarber - Rheum officinale baillon
Gemeine Rhabarber Rheum rhabarbarum

Gemüse Rhabarber
Der Rhabarber gehört zu den Knöterichgewächsen und steht dem Sauerampfer sehr nahe. Leider wird in einige Veröffentlichungen nicht genau genug mit dem Rhabarber umgegangen und einiges durcheinander gebracht. Man muss beachten, es gibt 2 Arten:

  • Chinesischer Rhabarber - Rheum officinale baillon, auch medizinischer Rhabarber genannt.

  • Gemeine Rhabarber Rheum rhabarbarum, auch Gemüse-Rhabarber genannt.


Beide Sorten sehen zwar recht ähnlich aus (beim medizinischen Rhabarber sind die Blätter etwas spitzer), sind aber in der Wirkung und in der Anwendung sehr verschieden. Das darf man nicht durcheinander bringen!


Chinesischer Rhabarber

Der chinesische Rhabarber wird zu Heilzwecken speziell angebaut und muss in der Qualität dem Arzneibuch entsprechen. Zu Heilzwecken wird nur die Wurzel verwendet. Je nach Konzentration kann die Rhabarberwurzel

  • eine leicht stopfende und entzündungshemmende Wirkung haben, insbesondere bei Katarren des Magens und Darms. Ein Teelöffel Wurzel wird mit 1 l kochendem Wasser übergossen und 5 Minuten ziehen lassen. Getrunken wird davon nur eine Tasse pro Tag

  • aber auch gegen chronische Verstopfung eingesetzt werden. Hier zu gibt man 1 Teelöffel Wurzel pro Tasse und überbrüht mit kochendem Wasser und lässt 5 bis 10 Minuten ziehen. Tagesgabe sind 2 Tassen.


Leider ist die Einnahme der Rhabarberwurzel nicht ganz unproblematisch:
  • Nicht anwenden bei Kindern unter 12 Jahren!

  • Nicht während der Schwangerschaft oder der Stillzeit anwenden!

  • Nicht in hohen Konzentrationen anwenden bei entzündlichen Darmerkrankungen, Darmverschluss oder Bauchschmerzen unbekannter Ursache! Dort ist immer ein Arzt aufzusuchen!
    Nur anwenden, wenn die Verstopfung auf andere Maßnahmen, z.B. Ernährungsumstellung, Einnahme von Quellmitteln wie z.B. Leinsamen, nicht anspricht!

  • Die Anwendung der Rhabarberwurzel ist eigentlich das letzte Mittel der Wahl, wenn eine chronische Verstopfung mit Nahrungsumstellung oder leichten Abführmitteln (Leinsamen), nicht zu beheben ist.

  • Der Gebrauch der Rhabarberwurzel über längeren Zeitraum kann aber wieder zu einer schwerwiegenderen chronischen Verstopfung führen! Aber auch Nierenschädigungen, Muskelschwäche und Störungen der Herzfunktion können bei längerem Gebrauch hervorgerufen werden.

  • Nach der Einnahme kann es ein harmlose Urinverfärbung mit einem tief gelbbraun oder einem rotbraun kommen.


Fazit: Die Rhabarberwurzel sollte eigentlich nicht unkontrolliert eingenommen werden und immer über eine Apotheke bezogen werden.

Gemeiner Rhabarber - Gemüse-Rhabarber

Obwohl er eigentlich wie Obst (als Kompott, Marmelade oder Rhabarberkuchen) gegessen wird, ist er doch eigentlich ein Gemüse, weil ja nur der Stiel und keine Frucht gegessen wird.
Trotz aller Köstlichkeit, ich essen ihn selbst sehr gern, ist er nicht unproblematisch:

  • Auf keinen Fall die Blätter essen oder verarbeiten. Die Blätter enthalten wesentlich mehr Oxalsäure, als die Stiele. Blätter in großen Mengen können sogar giftig wirken.

  • Auch wenn die Stiele als Kompott oder Obstkuchen verarbeitet sehr schmackhaft sind, sollte man keine großen Mengen über einen längeren Zeitraum essen. Auch sollte man die Höchstmenge von 1 kg pro Tag nicht überschreiten.

  • Die auch in den Stielen noch stark vorkommende Oxalsäure hat im menschlichen Körper eine sehr unangenehme Eigenart: Sie bindet Kalzium und Eisen und macht sie für den Körper nicht verwertbar! Die Oxalsäure gilt regelrecht als "Kalziumräuber" und soll sogar über längere Zeit Zähne schädigen können.
    Wer öfter mal Rhabarber ist, sollte gleichzeitig auf eine hohe Kalziumzufuhr, zum Beispiel durch Milchprodukte aller Art, achten.
    Wir mischen das Rhabarberkompott immer mit Milchpudding. Schmeckt gut und bringt Kalzium.

  • Der Körper kann Oxalsäure nicht verarbeiten, sondern nur binden. Wenn sich die Oxalsäure mit Kalzium verbindet, entsteht Kalziumoxalat, welches oft nicht vollständig aus dem Körper mit dem Urin ausgeschieden werden kann. Gichtkranke und zu Nierensteinen Leidende können ein Lied davon singen, wenn sich dieses Kalziumoxalat unkontrolliert im Körper ablagert. Gerade die Oxalatsteine sind recht häufig problematisch bei den Nierensteinen.


Damit Sie den Rhabarber wirklich genießen können, hier ein paar Tipps, denn wegen der Oxalsäure muss man darauf nicht verzichten:
  • Der erste Rhabarber im Jahr enthält am wenigsten Oxalsäure. Ab Mitte Mai steigt der Gehalt an. Ab Mitte/Ende Juni sollte man Rhabarber nur noch selten als Kompott oder Obstbelag verwenden und ab Mitte Juli überhaupt nicht mehr.

  • Wenn Rhabarber gegessen wird, auf ausreichende Kalziumzufuhr achten. Am Besten geeignet sind alle Milchprodukte, die ja viel Kalzium enthalten. Auch an Kalzium reiche Mineralwässer (aber arm an Natrium) sollte man sich halten. Oder mal zu einer Kalzium-Brausetablette halten.

  • Auch sollten Sie in der Zeit genügend Trinken, mindestens 2 bis 3 Liter pro tag, damit das gebildete Kalziumoxalat mit dem Urin gut aus den Nieren ausgespült wird.

  • Viel Zucker verdeckt zwar die Säure, macht die Oxalsäure aber nicht unschädlich!

  • Achten Sie beim Kauf schon auf die Qualität des Rhabarbers. An der Farbe kann schon in etwa ersehen, wie sauer er schmeckt und hat einen gewissen Rückschluss auf den Oxalsäuregehalt:
    • Grüner Stängel mit grünem Fruchtfleisch - Diese Sorte ist meist sehr sauer!
    • Roter Stängel mit grünem Fruchtfleisch - Diese Sorte ist leicht herb und deutlich weniger sauer.
    • Roter Stängel mit rotem Fruchtfleisch - Diese Sorte ist kann man schon als sehr mild bezeichnen.


  • Wer Rhabarber zu Marmelade, Fruchtmus oder Konfitüre verarbeitet, muss sich um den Säuregehalt nicht so große Gedanken machen, erst recht, wenn der Rhabarber mit mehreren Früchten gemischt wird. Als Brotaufstrich fällt der Oxalsäuregehalt wegen der geringen Menge nicht mehr ins Gewicht.
    Mein Tipp:
    Da unsere Brombeerhecke im August sehr viele Früchte bringt, stellen wir immer einen Fruchtaufstrich daraus her. Da Brombeeren von Haus aus nicht viel Fruchtsäure haben, mischen wir immer ein paar Stängel Rhabarber unter. Dazu wird der Rhabarber mit sehr wenig Wasser und einem teil des Gelierzuckers kurz erhitzt bis er sich mit dem Mixstab schön zerkleinern lässt. Erst dann kommen die Brombeeren und der restlich Zucker dazu und das Ganze wird zu einer schönen Konfitüre verkocht. Wir nehmen immer Gelierzucker 2:1.
    Wenn man dem Rhabarber im August noch paar Stängel entnimmt, schadet es der Pflanze kaum (mit einer extra Kanne Wasser belohnen). Und wenn so ein 0,7 l Glas in 2 bis 3 Wochen verbraucht ist, spielt die täglich aufgenommene Oxalsäuremenge keine große Rolle, da man ja kaum die Konfitüre cm-dick aufträgt.


Gesundheitlicher Wert
Der Rhabarber hat durch aus auch einen beachtlichen gesundheitlichen Wert, da er viele Vitamine (besonders K) und Mineralien (Kalium) enthält. Der Vitamin C-Gehalt spielt nicht die Rolle, da der Rhabarber erst noch vor dem Verzehr erhitzt werden muss.
Der Rhabarber enthält, auch im Vergleich gegenüber anderen Obst- und Gemüsearten, sehr viel Kalzium (aber nicht an die Oxalsäure gebunden). Leider reicht dieser hohe Kalziumgehalt bei weitem nicht aus, die Wirkung der Oxalsäure zu neutralisieren, weshalb ja der Rhabarber deshalb zu den "Kalziumräubern" zählt, weil er dem Körper zusätzlichen Kalzium und Eisen entzieht.
Um so unverständlicher ist, dass im Mai 2007 eine große Frauenzeitschrift den Rhabarber wegen des Kalziumgehalts als ideales Mittel gegen Osteoporose anpreist!!!! Hier wurde offensichtlich sehr schlecht recherchiert und die Wirkung der Oxalsäure überhaupt nicht beachtet.
Geben Sie mal in den bekannten Suchmaschinen die Stichwort "Rhabarber Osteoporose" ein und Sie werden eine Vielzahl Links (auch renommierter Firmen, wie Hexal) finden, die Rhabarber als "Kalziumräuber" bezeichnen. Machen Sie sich selbst ein Bild.

Fazit:
Rhabarber ist als Heilmittel mit Vorsicht zu genießen. Bei richtiger Anwendung kann man aber einige Delikatessen daraus herstellen, ohne dass man gesundheitliche Probleme bekommen muss!



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