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Basisch-sauere Ernährung

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Wichtiger Hinweis:
Die nachfolgenden Tipps ersetzen auf keinen Fall eine medizinische Beratung, weil eine Selbstmedikation immer mit Risiko verbunden ist. Auch scheinbar harmlose natürliche Mittel können zu unbeherrschbaren Nebenwirkungen führen. Und wenn es nur eine Kreuzallergie bei Äpfeln ist, um nur ein Beispiel zu nennen.
Beachten Sie auch: Ich gebe meine Tipps aus besten Wissen und Gewissen. In vielen Fällen sind sich aber nicht mal die Experten einig. Das beste Beispiel sind die Ernährungstipps, die sich fast jährlich ändern.

Säure-Basen-Gleichgewicht

In der alternativen Medizin wird oft vom Säure-Basen-Gleichgewicht gesprochen. Es geht dabei um die Problematik, dass bei Verdauung vieler Nahrungsmittel im späteren Stoffwechsel Säuren gebildet werden, die der Körper wieder abbauen muss. Dem gegenüber stehen Nahrungsmittel, die bestimmte basische Elemente in den Stoffwechsel einbringen.
Nun wissen manchen vielleicht doch noch aus der Schule, dass es in der Chemie saure und basische Stoffe gibt, die miteinander reagieren können und sich dabei neutralisieren. So die extrem saure Salzsäure und die stark basische Natronlauge, die sich unter Neutralisation zu Kochsalz (Natriumchlorid) verbinden. Zwar ist Kochsalz salzig, aber chemisch gesehen neutral.
Ähnliches läuft in unserem Körper ab. Der Körper ist bestrebt, einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt zu haben, was in der Regel auch unserem Blut und unserem Urin entspricht (ph-Wert 7). Soweit zur Theorie.

Vorab sei aber auch gleich gesagt, dass die meisten Schulmediziner das Problem der Übersäuerung verneinen. Ich habe mich mal informiert und das Problem aus meiner Sicht interpretiert:

Die machen sauer!

Einer der wichtigsten Bausteine der Lebewesen (auch Mensch), das Eiweiß zählt zu den wichtigsten Säurebildnern bei der Verdauung im Körper. Besonders viel enthalten Fleisch, Wurst und Fisch. Aber auch Kaffee, Wein, Schokolade, Reis, Nudeln und Weißmehlprodukte, wie Weißbrot und Toastbrot, sind leider Nahrungsmittel, deren Abbauprodukte sauer machen. Auch viele Fertiggetränke, wie Limonaden, zum Beispiel machen sauer. Leider machen auch fast alle tierischen Fett sauer, was Kalorienbomben, wie Currywurst und Eisbein so gefährlich machen, denn es sind nicht die Kalorien alleine.

Die haben eine Zwitterstellung

Eine Arte Zwitterstellung nehmen die Milchprodukte ein. Während Joghurt und die meisten Käsearten sauer machen (also verarbeitete Produkte), gehört die unverarbeitete Milch zu den basischen Nahrungsmitteln.

Die machen basisch!

Reifes Obst, wie Dattel, Bananen, Äpfel und Birnen, Gemüse, wie Fenchel oder Karotten, und Kartoffeln gehören zu den basischen Ernährungsmitteln. Basisch reagieren auch Kräutertees, Mineralwässer, Mandeln, Kräuter und auch Tofu.

Was kann passieren?

Durch Ernährung mit vielen basischen Lebensmittel (wie es bei ausgesprochener vegetarischen Ernährung kommen kann) kann der Säure-Basen-Gleichgewicht in Richtung der Basen verschoben werden. Die dabei erreichten basischen Werte im Körper können aber vom Körper problemlos abgepuffert werden. Erst wer mit Überdosierung von chemischen Mitteln (Kaliumcitratpulver aus der Apotheke) sein Säure-Basen-Gleichgewicht zu weit ins Basische verschiebt, muss mit Stoffwechselentgleisungen rechnen.

Meist geht es jedoch in die andere Richtung. Durch zuviel Fleisch, Wurst, Nudel und Reis usw. werden mehr Säuren gebildet, als durch basischwirkende Lebensmittel ausgeglichen werden kann. Das Säure-Basen-Gleichgewicht verschiebt sich in den saueren Bereich.
Das an sich ist noch nicht schlimm, denn der Körper hat einige Regulierungsmöglichkeiten, um den Säure-Basen-Gleichgewicht wieder auszugleichen.

  • Durch die Atmung gibt der Körper Kohlendioxid ab, das ja mit Wasser zusammen die Kohlensäure bildet.

  • Auch durch den Schweiß kann der Körper überschüssige Säure abgeben. Das könnte erklären, warum es bei Übersäuerung des Körpers oft zu Hautproblemen kommt.

  • Auch mit dem Stuhl können überschüssige Säuren ausgeschieden werden.

  • Die Nieren zählen jedoch zu den Hauptregulatoren, um besonders die sauren Abbauprodukte des Eiweißstoffwechsels auszuscheiden. Im Urin lässt sich deshalb am besten messen, ob den der Körper im Säure-Basen-Gleichgewicht ist.

Wie Übersäuerung messen?

Mit Indikatorpapieren oder Indikatorlösungen lässt sich der so genannte Ph-Wert messen, ein Gradmesser, ob eine Flüssigkeit sauer oder basisch reagiert. Beim ph-Wert 7 reagiert die Lösung neutral. Ist der ph-Wert kleiner als 7, dann reagiert die Flüssigkeit sauer, ist der ph-Wert größer als 7, reagiert die Flüssigkeit basisch.
Für den Laien ist die Verwendung von Lackmuspapier die einfachste Möglichkeit, den ph-Wert selbst zu messen. Lackmusstreifen gibt es in der Apotheke. Die Anwendung ist sehr einfach, es gehört nur ein gutes Auge und ein richtiges Farben sehen dazu. Lackmusstreifen kurz in den Urin halten, kurz abtropfen lassen und mit der mitgelieferten Farbskala vergleichen. Stimmen die Farben perfekt überein, kann man den entsprechenden ph-Wert an der Farbskala ablesen. Aber bedenken Sie bitte, so eine Messung stellt nur eine Momentaufnahme dar. Selbst im Tagesverlauf ergeben sich bei gleicher Ernährungslage deutlich Schwankungen. Die Schwankungen liegen im Bereich vom ph-Wert 5 bis 8. Wenn der ph-Wert fast immer konstant bei 5 liegt, kann man von einer permanenten Übersäuerung reden (Unter 5 kann der Wert auch bei starker Übersäuerung nicht gedrückt werden.). Erst wenn eine Vielzahl von Messungen immer eine deutliche Übersäuerung darstellt, sollte man Überlegungen anstellen, ob man wirklich Maßnahmen einleiten sollte. Insbesondere wenn der Körper vielleicht schon Reaktionen zeigt:

Wie äußert sich Übersäuerung?

Die Folgen einer möglichen Übersäuerung zeigen sich nicht in akuten Schmerzen, sondern in Langzeitreaktionen. So zeigt sich oft Müdigkeit und Abgeschlafftheit, obwohl man eigentlich glaubt, gut geschlafen zu haben. Auch kommt es öfter zu Kopfschmerzattacken, aber nicht in heftigen Schmerzen, als mehr in längeren Anfällen.
Am deutlichsten zeigen sich oft Reaktionen der Haut und seiner Anhänge. Neben fahler Haut zeigen sich brüchige Haare und Fingernägel.

Was passiert bei der Übersäuerung?

Wenn der Körper aus eigenen Reserven und der Nahrung auf Dauer die Säuren nicht neutralisieren kann, greift er die eigenen Knochen und Gefäße an, um sich dort durch Entmineralisierung die fehlenden alkalischen Stoffe zu holen. Besonders oft kann das passieren, wenn man bei Fast- und Diätkuren nicht auf die mögliche Übersäuerung des Körpers achtet. Schon aus diesem Grund gehören solche Kuren immer unter ärztliche Kontrolle! Die Entmineralisierung kann zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder auch Osteoporose führen.

Wie der Übersäuerung entgegentreten?

Aus dem bisher gesagten kann man eigentlich nur Ableiten: Abwechslungsreich mit säurebildenden und alkalischen Lebensmittlel ernähren!
Das völlig falsche Zeichen wäre, nun alle säurebildenen Nahrungsmittel weglassen. Die Folge könnte eine Mangelernährung hinsichtlich der Zufuhr an wichtigen Eiweißen (kann der Körper nicht selbst bilden), Mineralien (oft Eisenmangel) oder Vitaminmangel (fehlen der B-Vitamine) sein.

Oft wird auch nicht beachtet, dass zu wenig getrunken wird! Um die überschüssigen Säuren aus dem Körper spülen zu können, muss auch genügend Flüssigkeit für die Schweiß- und Urinbildung da sein. Der Urin kann eben nur bis zu einem bestimmten Grad konzentriert werden! Das Gleiche trifft auch auf die Konzentration des Kohlendioxids in der Atemluft zu. Wer aber Sport treibt, hat eine deulich beschleunigte Atmung und kann demzufolge auch deulich das ebenfalls sauer machende Kohlendioxid besser und in erhöhtem Maße abatmen. Solche Effekte sollte man aber nicht zu nichte machen, in dem man sich in größerem Maße kohlensäurereiche Mineralwässer trinkt, denn damit führt man sich ja das sauer machend Kohlendioxid in großem Maße wieder zu!

Was bringen chemische Mittel?

Mit Kaliumcitrat bis zu 3.000 mg täglich soll auf künstlichem Wege der Übersäuerung entgegengetreten werden. Dazu wird Kalium Verla®: 1 Beutel mit 5,4g enthält: 2157,8 mg Kaliumcitrat 1H2O, entsprechend 20 mmol = 780 mg Kalium, von Experten empfohlen. 100 Beutel kosten je nach Anbieter um die 10 Euro.
Als preiswerte Alternative wird oft doppeltkohlensaures Natron (Natriumbicarbonat) empfohlen, wie es auch bei Sodbrennen benutzt wird.

Der Gebrauch solcher Mittel ist nicht ganz unproblematisch. Bei Überdosierung kann es sowohl eine Überalkalisierung geben, als auch Verdauungsstörungen. Denn diese Mittel neutralisieren ja auch die Magensäure, die dann im Extremfall nicht für die Verdauung der Speisen zur Verfügung steht. In jedem Falle sollte bei Gebrauch solcher Mittel der Urin überwacht werden.

Problemfall Haut

Säuren, die der Körper nicht abführen kann lagert der Körper oft im Bindegewebe der Haut ab. Um sich mit den Säuren nicht selbst zu schädigen, umgibt er sie mit Körperflüssigkeit. Dadurch erscheint die Haut oft aufgeschwemmt, bzw. regelrecht aufgequollen.
Massagen, wie Bürstenmassagen, bringen allerdings nur dann etwas, wenn die Ursache dafür, nämlich die Übersäuerung beseitigt wird.
Oft wird in diesem Zusammenhang geraten, durch anhaltende basische Bäder (Mindestzeit eine Stunde!) die eingelagerten Säuren auszuschwemmen. Auch wenn ich keine Arzt bin, muss ich solche Aktionen bezweifeln. Ich sehe sogar eher die Gefahr, dass durch die lange Badezeit (in vielleicht noch zu warmen Wasser) den Säureschutzmantel der Haut zerstört. Dadurch kommen Sie wahrscheinlich vom Regen in die Traufe, um es mal mit einem Sprichwort zu verdeutlichen.

Fazit

Wer eine gesunde Mischkost mit der empfohlenen Menge an Obst und Gemüse zu sich nimmt, und sich moderat bewegt, dürfte mit einer möglichen Übersäuerung nichts zu tun haben. Dazu ist kein spezieller Ernährungsberater notwendig, noch übertriebener Sport. Schon wer regelmäßig spazieren geht, dürfte kaum Probleme bekommen. Da muss man sich auch nicht den Kopf zerbrechen, ob es nun überhaupt eine Übersäuerung des Körpers gibt, wie Eingangs erwähnt ja viele Schulmediziner bezweifeln. Wer schon zu chemischen Mitteln greift, sollte es wenigstens unter Kontrolle eines alternativen Mediziners tun, und nicht selbst herum probieren!





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