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Sinn und Unsinn bei der Luftbefeuchtung - Raumklima richtig einstellen

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Wichtiger Hinweis:
Die nachfolgenden Tipps ersetzen auf keinen Fall eine medizinische Beratung, weil eine Selbstmedikation immer mit Risiko verbunden ist. Auch scheinbar harmlose natürliche Mittel können zu unbeherrschbaren Nebenwirkungen führen. Und wenn es nur eine Kreuzallergie bei Äpfeln ist, um nur ein Beispiel zu nennen.
Beachten Sie auch: Ich gebe meine Tipps aus besten Wissen und Gewissen. In vielen Fällen sind sich aber nicht mal die Experten einig. Das beste Beispiel sind die Ernährungstipps, die sich fast jährlich ändern.

In den Medien sind in letzter Zeit einige Geräte zur Befeuchtung der Raumluft in die Kritik gekommen. Hier möchte ich mal einige Aspekte aufzeigen und mich aber auf normale Wohnräume beziehen, weil bei kommerziell genutzten Räumen mit Klimaanlagen ganz andere Möglichkeiten bestehen, als im Privathaushalt.

Wohlfühlbereich beim Raumklima

Der Wohlfühlbereich beim Raumklima ist individuell sehr verschieden und hängt sogar etwas vom Geschlecht ab, da ja sicher jeder schon mal etwas davon gehört hat, dass Frauen leichter frieren sollen (Bei uns in der Familie bin ich die "Frostbeule", die leichter ins Frieren kommt! Mit der Statistik ist es halt so eine Sache.). Für den einen sind 19C gerade angenehm, für den anderen ist es sibirische Kälte. Deshalb sieht die Arbeitsstättenrichtlinie (ASR 6/1.3) für geschlossene Räume bei überwiegend sitzender Tätigkeit eine Mindesttemperatur von mindestens 19C und bei reiner Bürotätigkeit von 20C vor. Die Raumtemperatur soll einen Wert von 26C nicht überschreiten. In diesen Bereich liegen im Durchschnitt auch die Wohlfühltemperaturen, wie sie in privaten Wohnräumen als angenehm empfunden werden. Wichtig dabei, dass sich die relative Luftfeuchtigkeit in einem Bereich von 40 bis maximal 60 % liegen sollte, mit der Tendenz, dass je höher die Temperatur ist, bestimmte Luftfeuchten nicht überschritten werden sollten. Bei 20 C (80%), 22 C (70%), 24 C (62%) und 26 C (55%), um nur einige Beispiele zu nennen.
Befinden sich im Raum großflächige Wärmestrahler (wie zum Beispiel der gute alte Kachelofen) dann können wegen der angenehmen Strahlungswärme die Lufttemperaturen durchaus auch etwas niedriger sein.

Bedeutung der relative Luftfeuchtigkeit für den Körper

"Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit ist für die Atmung förderlich, da der Sauerstoff über die Alveolen dann leichter in die Blutbahn gelangt. Die Haut benötigt eine hohe Luftfeuchte, um nicht auszutrocknen, da diese eng mit der Hautfeuchte gekoppelt ist. Besonders Schleimhäute sind für Austrocknen anfällig, da sie nur über einen geringen Verdunstungsschutz verfügen und auf ihre hohe Feuchte zur Erhaltung ihrer Funktionen angewiesen sind. So kann eine geringe Feuchte der Nasenschleimhaut ein erhöhtes Auftreten von Nasenbluten zur Folge haben. Generell wird dabei auch die Immunabwehr der Haut geschwächt (erhöhtes Erkältungsrisiko) und deren Fähigkeit zum Stoffaustausch herabgesetzt, wovon besonders die Mundschleimhaut betroffen ist. Auch die Anfälligkeit für Hautreizungen bzw. -rötungen oder gar Hautentzündungen wird durch eine geringe Luftfeuchtigkeit erhöht.
Eine hohe relative Luftfeuchte behindert hingegen die Regulation der Körpertemperatur durch das Schwitzen und wird daher schnell als schwül empfunden. Trotz relativ gesehen höherer Temperaturen können daher sehr heiße Wüsten oft wesentlich leichter durch den Organismus verkraftet werden (vorausgesetzt er leidet nicht unter Austrocknung) als Regenwälder mit einer hohen Luftfeuchte und vergleichsweise gemäßigten Temperaturen. Dieser Effekt, den Luftfeuchtigkeit auf die gefühlte Temperatur besitzt, wird durch den Humidex beschrieben, wobei der grundsätzliche Zusammenhang zwischen einer steigenden Luftfeuchte und einer steigenden gefühlten Temperatur auch für niedrige Werte der Luftfeuchte gilt und somit beispielsweise zur Reduzierung der Zimmertemperatur und damit des Heizaufwandes herangezogen werden kann." (zitiert aus der freien Enzyklopedie Wikipedia)

Relative Luftfeuchtigkeit schwierig einstellbar

Während sich die Lufttemperatur in einem Wohnraum recht gut mit einer Heizung regulieren lässt, in dem man eben die Heizung nur etwas mehr aufdreht, ist es bei der relativen Luftfeuchte wesentlich schwieriger! Wird in einem geschlossenem Raum die Lufttemperatur erhöht (durch Heizung), sinkt aber gleichzeitig die relative Luftfeuchtigkeit.
Der umgekehrte Effekt macht sich in Wohnungen oft ganz unangenehm bemerkbar, denn bei sinkender Temperatur steigt die Luftfeuchtigkeit. Sind Wände schlecht isoliert und kalt, sinkt unmittelbar an der Wand die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit kann so weit steigen, dass der Wert der relativen Luftfeuchtigkeit von 100% erreicht wird (der so genannte Taupunkt). Sinkt die Temperatur unter den Taupunkt, kann die Luft die enthaltene Feuchtigkeit nicht mehr halten, und das überschüssige Wasser schlägt sich an der kühlen Wand nieder. Feuchte Wände sind aber der ideale Nährboden für Schimmel!
Deshalb sollte man vor Außenwänden nie zu dicht Möbelstücke hinstellen, damit die Luft gut zirkulieren kann, damit es nicht zur örtlichen Unterkühlung und der verheerenden Feuchtebildung kommt.
Noch schwieriger ist es, aus der Wohnungsluft Feuchtigkeit heraus zu bekommen. Es gibt zwar einige Möglichkeiten, zum Teil aber kostenintensiv.


  • Für den Privathaushalt ist es eigentlich kostengünstig nur durch gutes Lüften zu erreichen. Dabei ist das Stosslüften (15 Minuten für Durchzug sorgen) die beste Möglichkeit die Luft gut auszutauschen. Beste Zeit ist, wenn viel Feuchtigkeit angefallen war. So nach dem Baden oder Duschen, oder nach Kochvorgängen.

  • In Wohnungen, die zu Feuchtigkeit neigen, nie Wäsche durch aufhängen trocknen. Wenn es den unvermeidbar ist, dann die Wäsche wenigstens gut schleudern.
    Bei Wäschetrocknern auf Kondenstrockner achten, die das Wasser entsprechend auffangen.

  • Sehen viele nicht so, aber in Wohnungen die zu Feuchtigkeit neigen, Blattpflanzen kurz halten, denn Pflanzen verdunsten viel Wasser.

  • Teuer ist das Binden der Luftfeuchtigkeit durch chemische Mittel aus dem Baumarkt und nur dort angeraten, wenn lüften wegen viel zu kleiner oder fehlender Fenster nicht möglich ist.

  • Gut geeignet sind Absauganlagen (möglichst mit kostengünstigem natürlichem Zug), wenn anfallender Wasserdampf gleich an der Entstehungsstelle (Küche) und vor allem an der Nasszelle abgesaugt wird. Günstig, wenn zum Energieeinsparen, die Absauganlagen auch geschlossen werden kann.

  • Für den Privathaushalt meist viel zu teuer und technisch sehr aufwendig, wenn eine komplette Klimaanlage mit automatischer Luftfeuchtigkeitseinstellung installiert wird, die auch die Luftfeuchtigkeit reduzieren kann.


Zu oft wird leider die Energieeinsparung übertrieben und zu wenig gelüftet, mit dem Resultat, dass die beim Wohnen entstehende Luftfeuchtigkeit (baden, waschen, kochen) einschließlich der nicht zu vernachlässigenden Ausatemluft, vor allem, wenn viele Leute im Raum sind!
Die gesundheitlichen Gefahren, die durch Schimmelpilze an feuchten Wänden hervorgerufen werden, sind meines erachtens um ein Vielfaches höher, als die Probleme, die trockene Heizungsluft hervorrufen kann.

Häufige Fehler beim Lüften und Heizen!

Es gibt eine ganze Reihe Fallen, die bei diesem Thema locken. Die 4 wichtigsten will ich nennen:

  • Statt mit kurzem aber sehr wirksamen Stoßlüften für einen schnellen Luftaustausch zu sorgen (möglichst mehrmals am Tag und gleich richtig in der ganzen Wohnung für Durchzug sorgen), wird oft lange Zeit nur ein schmaler Spalt offen gelassen. Sowohl aus Sicht Luftfeuchtigkeit und erst Recht aus Sicht Energieverbrauch unmöglich.
  • Um Energie zu sparen wird oft für die tägliche Abwesenheit (Arbeit) die Heizung drastisch zurückgedreht. Resultat: Die Wohnung kühlt stark aus und man braucht abends meist viel mehr Energie, um sie wieder aufzuheizen. Aber durch das starke Auskühlen steigt aber auch die Luftfeuchtigkeit und kann sich an kalten Wänden schneller niederschlagen. Schimmel droht!
  • In überheizten Zimmern ist durch die höhere Temperatur natürlich auch die relative Luftfeuchtigkeit wesentlich niedriger, mit den möglichen Problemen!
  • In zu kühlen Räumen kann sich die relative Luftfeuchtigkeit überhöhen, wenn gleichzeitig viele Leute im Raum sind. Durch Atmung und Transpiration kommt eine ganze Menge Flüssigkeit in den Raum!
  • Tipp:
    Wer viel trinkt gibt dem Körper die Möglichkeit den Flüssigkeitsverlust über Haut und Schleimhäute schnell ausgleichen zu können. Mögliche Probleme durch trockene Luft werden dadurch meist stark gemildert.

Die Luftbefeuchtung

Das Problem der eventuell zu trockenen Luft tritt, abgesehen von der Mittagshitze in Hitzeperioden des Sommers (und langem Niederschlagsdefizit), hauptsächlich in den Kälteperioden des Winters auf.
An einem Beispiel soll es verdeutlicht werden: Luft ist dann maximal mit Feuchtigkeit gesättigt, wenn die Luft 100% Luftfeuchte hat. Je kälter es wird, um so deutlich weniger kann die Luft Feuchtigkeit aufnehmen. Habe ich aber Luft mit einer Temperatur von -7C mit 100% Luftfeuchtigkeit und erwärme sie auf 20 C (wie es beim Lüften ja dann passiert), so sinkt die Luftfeuchtigkeit erst mal auf 15%. Damit ist die Luftfeuchtigkeit erst mal deutlich niedriger als der Wohlfühlbereich mit 40-60% Luftfeuchtigkeit, die bei 20C angenehmer ist. Das ist der Ansatzpunkt, den die Hersteller der Luftbefeuchter als Werbeaufhänger benutzen!
Bei 20C und 15% relativer Luftfeuchtigkeit enthält die Luft nur 2,6 g Wasser je Kubikmeter Luft, bei 40% Luftfeuchte sind es nur 7 g je Kubikmeter (in einem Raum von 4x4x3 m sind es in Summe 336 g Wasser). Was aber bei der Werbung verschwiegen wird: Allein der Mensch verliert durch Atmung und Hautausdünstung selbst bei ruhigem Schlaf in einer ganzen Nacht (8 h Schlaf) 500 g an Wasser! Bei 2 Personen sind es schon 1.000 g. Wer in seiner Wohnung auch etwas tut, strengt sich mehr an und verliert in der Regel auch etwas mehr Flüssigkeit. So kommt es, dass das Sinken der Luftfeuchtigkeit selbst durch den Menschen schnell wieder ausgeglichen wird. Dazu kommt das Verdunsten von Wasser durch Blumen. Und auch aus Küche und Bad zieht immer etwas feuchtere Luft in die Zimmer. Je kleiner die Zimmer, umso schneller steigt die Luftfeuchte durch die so eingetragene Feuchtigkeit. Und das Problem für viele Menschen ist, dass man die Höhe der Luftfeuchtigkeit gar nicht so recht fühlen kann, bzw. nur, wenn sie über einen längeren Zeitraum sehr niedrig ist.
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man, bevor überhaupt an aktive Luftbefeuchtung denkt, die relative Luftfeuchte mit einem Hygrometer testet. Nur so entgeht man der Falle, dass man unnötigerweise die Luftfeuchtigkeit im Raum künstlich überhöht!

Als Richtwert für die Wasserdampferzeugung kann gelten:
Im Durchshnitt erzeugt jeder Bewohner pro Tag ca. 2,5 bis 3 l Wasserdampf durch Atmung, Transipration, Waschen, Duschen und Getränke- und Essenzubereitung. Vor allem im Winter will so eine Menge durch Lüftung erst mal aus der Wohnung geschafft werden. Da kann oft von trockener Heizungsluft überhaupt keine Rede sein!
Quelle: ARD-Buffet.

Luftfeuchtigkeit steigern

Es gibt im Wesentlichen 3 Möglichkeiten, die Luftfeuchtigkeit zu steigern:

  • Verdampfung und Verdunstung:
    Beide Versionen arbeiten nach dem gleichen Prinzip. Durch mehr oder weniger zusätzliche Energie wird Wasser vom flüssigen und den gasförmigen (Wasserdampf) überführt. Sei es langsam wie bei:
    • Wäschetrocknung
    • Aufstellen von flachen Wasserschalen
    • Aufhängung Verdunstern an Heizkörpern
    • Wenn es in der Küchen oder im Bad mal dampft, lassen Sie den Dampf ruhig mal ins Haus ziehen, denn es steigert ja auch die Luftfeuchte. Aus dem Bad muss die Feuchtigkeit eh raus, da kann man sie auch gleich in die trockene Wohnung leiten.

    oder sei es schnell, wie bei
  • elektrisch betriebenen Verdampfern durch Erhöhung der Wassertemperatur mit Heizspiralen.


  • Zerstäubung und Verdüsung:
    Auch hier ist die Wirkungsweise die gleiche. Das Wasser wird durch verschiedene Verfahren fein verteilt und verwirbelt:
    • Mit Ultraschall wird Wasser fein vernebelt.
    • Die Verdüsung des Wassers erfolgt oft in Klimaanlagen.
    • In Luftwäschern wird Wasser und Luft verwirbelt. Die Luft nimmt durch den intensiven Kontakt Wasser auf.
    • Die Zimmerspringbrunnen sind so ein Zwischending zwischen Verdunster und Zerstäuber.
    • Mit der Blumenspritze wird das Wasser fein verteilt, wie sie auch zum Besprühen Blumen verwendet werden.
  • Atmung:
    Wie bereits gesagt, ist auch der Mensch selbst eine große Quelle zur Steigerung der Luftfeuchte durch Atmung und Transpiration (zu Deutsch schwitzen). In die gleiche Kategorie kann man Blattpflanzen einordnen, die gerade über Ihre Blattmasse erhebliche Mengen Wasser verdunsten bzw. ausatmen. Wenn möglich sollte die Erhöhung der Luftfeuchte durch Blattpflanzen das Mittel der ersten Wahl sein, aber natürlich nicht in Schlafräumen.

Und wo liegen die Probleme?

Die meisten Verfahren zur Luftbefeuchtung arbeiten mit einem Wasservorrat, der mehr oder weniger offen rum steht. Sei es die flache Schale mit Wasser oder der Vorratsbehälter des Luftwäschers. Wo aber Luft und warmes Wasser vorhanden sind, werden die allgegenwärtigen Bakterien und Keime nicht weit sein, weil es die idealen Bedingungen für eine massenweise Vermehrung sind. Untersuchungen der verschiedenen Institutionen haben gezeigt, dass viele Luftbefeuchter oft die reinsten Keimschleudern sind. Und das umso stärker, wenn die die notwendigen Wartungsarbeiten nicht sorgfältig durchgeführt werden. Am gefährlichsten werden da die Zimmerspringbrunnen angesehen, weil durch die offene sprudelnde Wasserfläche genügend Staub und damit leider auch viele Keime ins Wasser gelangen und sich explosionsartig vermehren können. Jeder kleine Luftzug verteilt dann die kleinsten mit Keimen belasteten Lufttröpfchen im Raum und können dann eingeatmet werden.
Viele Mediziner warnen, dass die gesundheitlichen Gefahren durch die Keimbelastung wesentlich problematischer sind, als die Belastungen durch die trockene Luft.

Viele Luftbefeuchter sind leider auch Stromfresser. Neben möglichen gesundheitlichen Problemen treiben Sie auch noch Ihre Stromrechnung in die Höhe.

Fazit

Beachten sie einige Regeln:

  • Greifen Sie erst zu Luftbefeuchtern, wenn die trockene Luft wirklich Probleme bereitet.
  • Achten Sie ganz besonders darauf, dass Sie sich durch zu hohe Luftfeuchtigkeit keinen Schimmel in der Wohnung einhandeln.
  • Setzen Sie erst mal auf die natürlichste Art: Blattpflanzen in die Wohnung.
  • Die Blumenspritze zum Versprühen von Wasser ist nur geeignet, wenn immer nur frisches möglichst warmes Wasser verwendet wird. Wer viel Kalk im Leitungswasser hat, sollte destilliertes Wasser verwenden, was die ganze Sache verteuert, damit es keine Kalkflecken auf dem Fußboden gibt.
  • Wenn Sie schon Luftbefeuchter einsetzen, achten sie auf die regelmäßige Wartung und den häufigen Austausch des Wassers, damit Ihr Luftbefeuchter nicht zur Keimschleuder wird.
  • Auch wenn es nicht schön aussieht. Lieber Wäsche im Zimmer trocknen (feuchte Tücher aufhängen), als sich eine Keimschleuder ins Haus holen.


Ich hoffe, etwas zu Ihrer Entscheidungsfindung beigetragen zu haben.



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