Home Ernährungstipps Fitnesstipps Gesundheitstipps Hoteltipps Wasser Wohlfühlen Kräuterfibel Kochen Sparen


Richtige Anwendung Schmerzmittel und Arzneimittel

  Zurück

Wichtiger Hinweis:
Die nachfolgenden Tipps ersetzen auf keinen Fall eine medizinische Beratung, weil eine Selbstmedikation immer mit Risiko verbunden ist. Auch scheinbar harmlose natürliche Mittel können zu unbeherrschbaren Nebenwirkungen führen. Und wenn es nur eine Kreuzallergie bei Äpfeln ist, um nur ein Beispiel zu nennen.
Beachten Sie auch: Ich gebe meine Tipps aus besten Wissen und Gewissen. In vielen Fällen sind sich aber nicht mal die Experten einig. Das beste Beispiel sind die Ernährungstipps, die sich fast jährlich ändern.

Schmerzmittel

Schmerzmittel ist nicht gleich Schmerzmittel, leider. Und ein Mittel, das gestern noch richtig war, kann heute schon falsch sein.
Ein Beispiel soll das verdeutlichen. Sie plagen in der Nacht plötzlich Zahnschmerzen. Ohne einen Markennamen zu sagen, nehmen Sie 1 oder 2 Tabletten mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (steht auf der Packung). Die haben mir ja früher auch schon mal bei Kopfschmerzen geholfen. Da Acetylsalicylsäure Schmerz stillend und entzündungshemmend wirkt, ist es im Allgemeinen keine schlechte Wahl. Der morgendliche Gang zum Zahnarzt endete darin, dass der Zahn leider doch gleich gezogen werden musste. Die Betäubungsspritze war zwar gut, aber als die Wirkung nachließ war der Wundschmerz doch noch sehr groß. Schnell noch eine Schmerztablette einnehmen, die mir ja in der Nacht schon so gut geholfen hat. Stopp! Jetzt kann die gleiche Schmerztablette mit dem gleichen Wirkstoff Acetylsalicylsäure sehr gefährlich werden. Acetylsalicylsäure hat nämlich auch die Wirkung Blut verdünnend zu wirken und kann deshalb gefährliche Nachblutungen bei der Wunde des gezogenen Zahns nach sich ziehen! Eine Wirkung, die sicher nicht erwünscht ist, ja sogar gefährlich werden kann.

Deshalb sollte gelten:

  • Schmerzmittel, wenn möglich, immer nach Konsultation mit dem Arzt einnehmen, aber mindestens nach Rücksprache mit Ihrem Apotheker.

  • Damit Sie Arzt und insbesondere der Apotheker (er hat keine Krankenakte) richtig bei der Wahl des Schmerzmittels beraten kann, teilen Sie ihm andere Vorerkrankungen und bereits andere eingenommene Arzneimittel mit, insbesondere bei Asthma, Herz- Kreislauferkrankungen und Magen- Darmgeschwüren.

  • Schmerzen während Schwangerschaft oder Stillzeit sollten generell nicht ohne Anraten des Arztes mit Schmerzmitteln behandelt werden!

  • Die Selbstmedikation nur dann machen, wenn Sie öfter an den gleichen Schmerzen zu leiden haben.

  • Bei Selbstmedikation immer Packungsbeilage studieren und die angegebene Dosis nicht überschreiten.

  • Bei mehr als 10 Schmerztabletten je Monat unbedingt einen Arzt konsultieren, damit Sie nicht in einen gefährliche Tablettenabhängigkeit geraten.

  • Ein zuviel an Schmerzmitteln kann wieder zusätzliche Schmerzen hervorrufen und einen Teufelskreis in Gang bringen!

  • Ein Schmerzmittel gleichzeitig mit Ballaststoffen, wie Vollkornbrot, Müsli oder Haferflocken (Haferbrei) eingenommen, kann die Wirksamkeit des Schmerzmittels deutlich reduzieren. Trifft zum Beispiel auf Mittel wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Paracetamol zu.

  • Während bei sonstigen Arzneimitteln immer nach der Regel zu verfahren ist, Absetzen nie ohne Rücksprache mit dem Arzt, kann bzw. soll man Schmerzmittel wirklich nur so lange einnehmen, wie man wirklich Schmerzen hat.

  • Die Einnahme von Kopfschmerzmitteln ist immer eine Gratwanderung. Auf der einen Seite sollte man nie zu schnell eine Tablette einwerfen, auf der anderen Seite soll man nicht warten, bis die Kopfschmerzen unerträglich werden. Es wird häufig festgestellt, dass man mit einer geringeren Menge Kopfschmerzmittel auskommt, wenn man den Kopfschmerz durch frühzeitige Einnahme des Mittels nicht erst sich manifestieren lässt..

Wann muss immer der Arzt konsultiert werden?
gegebenenfalls sogar der Notarzt:

  • Unklare Bauch- und Brustschmerzen.

  • Kopfschmerzen, wenn starker Schwindel verbunden ist.

  • Kopfschmerzen nach einer Verletzung, insbesondere mit einseitiger Augenrötung und Tränenfluss.

  • Schmerzen, die mit Nackensteifigkeit, Erbrechen oder Flimmern vor den Augen einhergehen.

  • Generell bei starken plötzlich auftretenden Schmerzen.

  • Starke Schmerzen in Verbindung mit offenen oder gerade erst verschlossenen Wunden.

  • Gesichtsschmerzen

  • Zahnschmerzen

  • Ständig wiederkehrende oder anhaltende Schmerzen, auch wenn sie nicht stark sind.

Probleme bei anderen Arzneimitteln

Aber auch bei vielen anderen Arzneimitteln muss man einiges beachten, was man so nicht erwartet hätte. Wer seine Medikamente mit normalem Leitungswasser oder Mineralwasser ohne große Kohlensäure einnimmt, kann in der Regel nie etwas falsch machen. Hier einige Hinweise:

  • Voran gestellt sei eigentlich die Selbstverständlichkeit: Bei Einnahme neuer Arzneimittel immer nach Dosis des Arztes oder des Apothekers verfahren!

  • Das gleiche trifft auch hinsichtlich des Einnahmezeitpunkts zu.

  • Arzneimittel, nie ohne Rücksprache mit dem Arzt absetzen.

  • Grundsätzlich sollte man bei allen Medikamenten Alkohol meiden, insbesondere Magen- Herz- und Schlafmittel. Aber auf keinen Fall gar Medikamente zusammen mit Alkohol einnehmen.

  • Es ist sicher meist unproblematisch, wenn man früh sein Blutdruckmittel genommen hat, und bereits mittags mal ein Gläschen Wein oder Bier trinkt. Bei Insulineinnahme sollte man seinen Arzt fragen wie groß der Einnahmeabstand sein sollte.

  • Wer Mittel gegen zuviel Magensäure einnimmt, muss unbedingt saure Getränke zur Einnahme vermeiden, wie zum Beispiel Zitronensaft.

  • Kaffe und Tee machen durch ihren Gerbstoffgehalt eisenhaltige Präparate gegen Blutarmut unwirksam, weil die Gerbsäure das Eisen des Medikamentes bindet und so nicht verwertbar für den Körper macht.

  • Antibiotika und Osteoporosemittel vertragen sich mit Milchprodukten nicht und werden häufig völlig unwirksam, weil das enthalten Calcium die Wirkstoffe blockiert. Das trifft auch auf calciumreiche Mineralwässer zu. Bei extrem hartem Leitungswasser diese vorher aufkochen lassen. Nimmt etwas die Härte, besser aber ein kalziumarmes Mineralwasser verwenden. Man muss deshalb nicht auf Milchprodukte völlig verzichten, sondern nur etwas reduzieren und diese zu sich nehmen, wenn die Arzneimittel vom Körper aufgenommen wurden. Werden die Antibiotika (wie oft verschrieben) im Abstand von 8 Stunden eingenommen, kann man schon mal 4 Stunden nach der Einnahme Milchprodukte zu sich nehmen, weil diese in der Regel oft schon 1-2 Stunden wieder verdaut sind.

  • Wer Schlafmittel, Blutdruckmittel und/oder Antihistaminika (Allergie) einnimmt, muss unbedingt beachten, dass er 2 Stunden lang auf Grapefruit und Grapefruitsaft verzichten muss, da einige Inhaltsstoffe der Grapefruit die Wirksamkeit der genannten Medikamente deutlich verstärken kann. Vorsicht vor Mischgetränken (Mehrfruchtsäften) wenn diese Grapefruitsäfte mit enthalten.
    Zum Beispiel kann Grapefruit oder Grapefruitsaft die Wirkung von Cholesterinsenkern (wie Simvastatin) um das Dreifache erhöhen!
    Auch wer Viagra und Co. zur Luststeigerung benutzt, sollte unbedingt auf Grapefruit verzichten.

  • Bei Wasser treibenden Mitteln zur Blutdrucksenkung (z.B. Wirkstoffe wie Torasemid, Furosemid, Hydrochlorothiazid) sollte man Lakritze nur in kleinen Mengen oder besser überhaupt nicht essen.

  • Käse und/oder Rotwein und eine ganze Reihe Antidepressiva sollte man nicht zum gleichen Zeitpunkt einnehmen. Es könnte zu starkem Blutdruckanstieg kommen, bis hin zu Hirnblutungen.

  • Wer Blutverdünner einnimmt, sollte Vitamin K reiche Lebensmittel wie Kohlarten (z.B. Brokkoli, Blumen- und Rosenkohl), Kopfsalat, Leber, Spargel, Spinat, Bohnen, Erbsen und Sojabohnen meiden, bzw. nur in geringen Mengen essen.

Was sonst noch zu beachten gilt

Einige Regeln sollte man zusätzlich beachten:

  • Arzneimittelverpackung mit Beipackzettel erst wegwerfen, wenn Medikament verbraucht. Wichtig, wenn es zu Problemen kommt, weil man so auch Chargennummer verfolgen kann.

  • Wenn es heißt, 2 Mal eine Tablette einnehmen, sollte die Dauer zwischen den beiden Einnahmen auch ca. 12 Stunden sein.

  • Medikamente, wenn möglichst nie im Liegen einnehmen (mindestens kurz aufrichten). Dadurch kommen sie besser durch die Speiseröhre und bleiben nicht so leicht hängen.

  • Wenn nicht ausdrücklich in der Packungsbeilage gefordert wird, nur mit wenig Flüssigkeit einnehmen, sonst immer gleich ein ganzes Glas Wasser trinken, damit es durch Tablettenresten in der Speiseröhre nicht zu Reizungen kommen kann.

  • Immer Packungsbeilage bei der Einnahme in folgenden Punkten beachten:
    • Auf nüchternem Magen heißt mindestens ein halbe Stunde vor dem Essen.

    • Während des Essens dürfte wohl klar sein.

    • Nach dem Essen einnehmen heißt meistens eine halbe Stunde nach beenden der Mahlzeit.

  • Tabletten nur dann zum Einnehmen teilen, wenn man Arzt oder Apotheker gefragt hat. In der Regel sollte man Dragees nicht teilen. Viele Mittel sind mit einem Überzug (zum Schutz gegen Magensäure) versehen, weil diese Medikamente im Darm erst wirken sollen. Teilt man sie, werden sie im Magen oft wirkungslos.

Grundsatz:
Wer schon Medikamente einnimmt sollte immer dem Arzt und Apotheker darauf aufmerksam machen, welche Mittel er bereits einnimmt, wenn er ein neues Medikament verschrieben bekommt! Das ist zu Ihrer eigenen Sicherheit. Insbesondere dann, wenn der Arzt nicht Ihr Hausarzt ist. Ein Zahnarzt der Ihnen ein Antibiotikum verschreibt, muss nicht zwingend wissen, dass Sie schon Blutdruckmittel und Antihistaminika einnehmen, um nur ein Beispiel zu nennen.

Die Fettfalle Schmerzmittel

Einige Schmerzmittel, wie Anti-Epileptika und Medikamente mit Cortison gegen chronische Schmerzen haben oft einige Nebenwirkungen, die nicht im Beipackzettel stehen: Sie regen den Appetit an! Cortisonhaltige Medikamente bremsen sogar den Fettstoffwechsel und reduzieren die Wasserausscheidung. Dadurch kann man schnell erheblich im Gewicht zulegen. Aber nicht wegen ein paar Kilos Zunahme einfach die Medikamente absetzen, oder Reduzieren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über das Problem.
Ähnlich wirken bei Blutdruckpatienten die so genannten Betablocker. Neben der Reduzierung der Fettverbrennung und des Energiestoffwechsels machen diese Präparate oft müde, und der Patient neigt dazu, sich weniger zu bewegen, was den Fettabbau weiter reduziert. Ebenfalls mit Arzt sprechen und eventuell auf ACE-Hemmer ausweichen!



Zurück
Seitenanfang
Home Ernährungstipps Fitnesstipps Gesundheitstipps Hoteltipps Wasser Wohlfühlen Kräuterfibel Kochen Sparen