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Klimageräte kommen in den Trend - Tipps zur Anwendung

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Mit den immer wärmer werdenden Sommern versuchen viele Leute ihre Wohnung mit mobilen Kühlgeräten kälter zu bekommen. Nicht immer klappt das. Warum?

Wie funktioniert so ein Kühlgerät?

Ich will hier keinen riesigen Fachvortrag starten, aber etwas zur Funktionsweise solcher Geräte muss mal zum Verständnis vorab gesagt werden. Im Prinzip funktioniert es ähnlich wie beim Kühlschrank.
Beim Kühlschrank wird ein Kältemittel verdichtet(verflüssigt) und erwärmt sich. An der Rückseite des Kühlschranks ist ein großer Wärmetauscher mit dem die Wärme an den Raum abgeführt wird. Deshalb soll ja an der Rückwand eines Kühlschranks immer viel Platz sein, damit die Wärme weg kann. Das Kältemittel wird mittels Ventilen entspannt. Das Kühlmittel fließt jetzt durch den so genannten Verdampfer im Inneren des gut isolierten Kühlschranks. Dadurch dass das Kühlmittel wieder gasförmig wird, wird dem Innenraum die Verdampfungswärme entzogen. Das Kühlmittel fließt wieder zum Kompressor, um wieder verdichtet zu werden und der Kreislauf ist geschlossen.
Der Unterschied zum Kühlschrank liegt einfach darin, dass nicht die kleine Kühlschrankzelle gekühlt wird, sondern ein Lüfter die abgekühlte Luft gleich in den zu kühlenden Raum bläst.

Ausführungsarten:
Die Kühlgeräte kann man in 3 Bauarten gliedern, die sich in den Ausführungen doch wesentlich unterscheiden können.

Mobile Geräte ohne Abluftschlauch

Die scheinbar preiswerten Geräte, deutlich unter 100 Euro in vielen Baumärkten angeboten werden, sind nicht einen müden Cent wert! Der Grund liegt in der Bauweise:
Diese Geräte sollen mitten im Raum stehen und geben vorn am Lüfter die kalte Luft in den Raum raus und hinten am Gerät die warme Abluft. Da keine Maschine einen besseren Wirkungsgrad als 100 % haben kann, wird mit solchen Geräten mehr Wärme erzeugt (Lüfter, Kompressor) als die Kühlung bringen kann. Ist genau wie beim Kühlschrank: Wenn ich dort die Kühlschranktür den ganzen Tag offen lasse, läuft er im Dauerbetrieb und erwärmt den Raum.
Das einzige was diese Geräte erzeugen, ist viel Lärm (meist über 60 dB) und einen Luftstrom, den ich mit einem herkömmlichen Lüfter viel billiger erzeugen kann! Auf keinen Fall kaufen!
Bei einem Fernsehsender wurde so ein Gerät vorgestellt. Es führte zu einer Erwärmung des Raums um ca. 1,5C. Neben den Anschaffungskosten kommen ja noch die erheblichen Stromkosten dazu!

Mobile Geräte mit Abluftschlauch

Wenn diese mobilen Kühlgeräte funktionieren sollen, also wirklich den Raum kühlen sollen, muss die Wärme, die am Kompressor beim Verdichten entsteht, möglichst vollständig aus dem Raum entfernt werden. Das wird durch einen flexiblen Abluftschlauch erreicht, der aus dem Raum führt.
Damit die Schläuche nicht zu viel Wärme in den Raum abstrahlen, werden sie recht kurz gehalten. Das Problem ist nur, wohin mit der warmen Abluft. Die Hersteller empfehlen das Fenster soweit zu öffnen, dass der Schlauch aus dem Fenster ins Freie reicht. Da die Abluftschläuche fast 10 cm Durchmesser haben, muss das Fenster ja auch so weit geöffnet werden. Da ein kleiner Lüfter dafür sorgt, dass die Luft durch den Abluftschlauch aus dem Fenster gedrückt wird, entsteht natürlich im Raum ein kleiner Unterdruck, der dafür sorgt, dass durch das geöffnete Fenster erst recht wieder warme Luft aus dem Freien ins Zimmer strömen kann. Da die wenigsten Wohnungen ein Fenster haben, dass zusätzlich eine kleine Klappe im Fenster besitzt, um so einen Schlauch nach außen zu führen, bleibt das Ganze nur eine halbherzige Lösung.
Der Test mehrerer Geräte dieser Leistungsklasse bei einem Fernsehsender brachte auch nach stundenlangem Betrieb gerade mal eine Absenkung der Raumtemperatur von nicht mal 3C, weil die Situation so durchgespielt wurde, dass das fenster wegen das Ablufschlauchs immer ein Spalt offenbleiben musste. Da solche mobilen Geräte bis zu 3 kW Leistung haben, kann sich jeder Nutzer ausrechnen, wie der Stromzähler brummt. Dazu kommt, dass alle Gerät sehr laut waren und die Lärmwerte bei 58 dB und höher lagen.
Auch diese Geräte kann man mit guten Gewissen nicht empfehlen! Vor allem dann nicht, wenn man nicht weiß, wie die warme Abluft sinnvoll aus dem Zimmer soll.

Tipp: 1
Wenn Sie die Anschaffung eines solchen Geräts planen, sichern Sie erst, wie Sie den Abluftschlauch am sichersten nach draußen führen können, ohne dass warme Fremluft ins Zimmer eindringen kann!

Tipp: 2
Bei Tests dieser Geräte hat sich gezeigt, dass sich die Abluftschläuche bis auf fast 50 C erwärmen! Damit stellen sie schon wieder eine kleine heizung fürs Zimmer da. Sichern Sie also auch, dass diese Abluftschläuche möglichst kurz zu halten, da mit die "Heizfläche" möglichst gering ist!
Tipp: 3
Sehr gute Geräte haben auch noch die Möglichkeit der gekühlten Luft Feuchtigkeit zu entziehen. Dadurch bleibt im Zimmer die relative Luftfeuchtigkeit konstant, was zu einem besseren Raumklima führt.
Tipp: 4
Zum Strom sparen haben einige Geräte die Möglichkeit, kaltes Wasser einzufüllen. Das kann zwar die Kosten tatsächlich erheblich senken, aber nur wenn man ohne Probleme kaltes Wasser zur Verfügung hat. Wo aber mit stehendem Wasser gearbeitet wird, ergeben sich aber auch gesundheitliche Gefahren. Siehe später!

Kompaktgeräte

Wärmetechnisch wesentlich besser sind die kompakten Kühlgeräte, die fest in Fenster oder Hauswände eingebaut werden und somit die entstandene Kompressionswärme direkt ins Freie abführen können. Solche Anlagen haben eine wesentlich höhere Leistungsfähigkeit (bis 5 kW) und was noch viel wichtiger ist, einen wesentlich besseren Wirkungsgrad, was sich deutlich im Stromverbrauch auswirken wird. Wer in südlich Ländern in Urlaub war, hat diese Gerät bestimmt schon bemerkt, die viele Fenster und Hauswände "verzieren". Den Einbau solcher Geräte sollte man einem Fachmann überlassen, der aus Raumgröße, Größe der von Sonne beschienen Mauerfläche usw. die richtige Kühlgerätegröße ermittelt. Das ist für die späteren Betreibungskosten wichtig, damit solche Geräte im optimalen Bereich laufen können. Und der Fachmann sorgt auch für den fachgerechten Einbau.

Gesundheitsgefahren der Kühlgeräte

Das man sich leicht eine Erkältung zu ziehen kann, wenn man zu dicht vor so einem Kühlgerät sitzt und sich anblasen lässt, wird noch jeder Usewr nachvollziehen können. Aber eine weit aus größere fast unsichtbaren Gefahr geht von diesen Kühlgeräten aus:
Schimmelgefahr Und Keimgefahr!
Am Samstag, dem 23.06.07 wurde in dem ARD-Ratgeber Technik nochmals darauf hingewiesen. Da sich in den Kühlgeräten schon bedingt durch die Bauweise viele kalte Teile befinden, bildet sich daran Kondenswasser, welches leider an einigen Stellen sich sammelte. Da Wohnzimmer nie staubfrei sein können, kann sich an solchen Stellen sehr leicht Schimmel und andere Keime bilden, denn warm und feucht ist es im Gerät! Ideale Voraussetzungen für das Ausbilden von Schimmel. Werden dann vom Lüfter des Kühlgeräts die Schimmelsporen und Keime angesaugt, werden die Schimmelpilze und Keim schön im Raum verteilt! Dadurch kann Ihre Gesundheit erheblichen Schaden erleiden. Besonders, wenn Sie Kinder in der Wohnung haben.
Deshalb ist es wichtig, dass solche Geräte regelmäßig gewartet werden und dabei auch auf Schimmelspuren geprüft werden. Wurde Schimmel gefunden, dann sollte mit einem Fachmann geprüft werden, wie das am konkreten Gerät verhindert werden kann.

Kühlanlage stationär oder Klimaanlagen

Sollen gleich mehrere Räume gekühlt werden, sollte man an den Einbau einer separaten stationären Kühlanlage in Betracht ziehen, oder gleich eine ganze Klimaanlage installieren, bei der neben der Kühlung auch gleich die Luftfeuchtigkeit richtig eingestellt wird. Denn mit der Kühlung eines Raumes kann auch die relative Luftfeuchtigkeit in einen unangenehmen Bereich steigen!

Hinweis zu Kühlanlagen
Wer schon solche Kompaktgerät oder Kühlanlagen einsetzt, sollte in der Phase des Kühlbetriebs nicht noch versuchen zu lüften. Das ist dann natürlich rausgeworfenes Geld. Ist aber leider bei Klimaanlagen oft zu beobachten. Gute Klimaanlagen schalten sich für den Raum ab, wenn die Fenster und Türen längere Zeit geöffnet sind.

Erwärmung der Zimmer vermeiden!

Bevor Sie einen Gedanken an ein Kühlgerät verschwenden, sollten sie erst mal konventionelle Hilfen prüfen, ob diese schon richtig genutzt werden. Einige Tipps zur Senkung der Zimmerwärme habe ich hier:

  • Richtig lüften!
    Schon hier werden viele Fehler gemacht. Sobald am Vormittag die Temperaturen steigen, sollte man die Fenster schließen. Wirklich nur mal kurz lüften, wenn viele Leute im Raum sind.
    Richtig gelüftet wird ab abends und in der Nacht, wenn die kühle Luft die Zimmer abkühlen kann.
    Problematisch ist allerdings die Sicherheitslage bei Wohnungen im Erdgeschoss und Wohnungen mit Balkon.

  • Durchzug schaffen
    Die Räume auf der Sonnenseite (Dachwohnungen) erhitzen sich oft besonders stark und haben oft höhere Temperaturen als im Freien, besonders bei großen Fensterflächen. Mit Durchzug kann man einen überhitzten Raum tatsächlich in der Temperatur senken. Man sollte aber in dieser sich nicht im Raum befinden. Bei Durchzug tritt eine erhöhte Luftgeschwindigkeit auf, die an ungeschützten Körperteilen zu einer örtlichen Unterkühlung führen kann, erst recht, wenn man geschwitzt hat. Nicht umsonst schützen sich Radrennfahrer durch Jacken und untergesteckte Zeitungen im Trikot beim Bergab fahren vor der unterkühlenden Zugluft. Gerade örtliche Unterkühlung schwächt ganz besonders stark die Immunabwehr. Durchzug ist der Grund für viele Leute, sich eine Sommergrippe einzufangen.

  • Nasse Tücher aufhängen?
    Der Schuss könnte nach hinten losgehen. Warum?
    Hintergrund: Um sich Wohlzufühlen bedarf es nicht nur eines bestimmten Temperaturbereichs, sondern auch eine zugehörige optimale Luftfeuchtigkeit.
    Jeder wird schon mal bemerkt haben, dass man hohe Temperaturen besser ertragen kann, wenn die Luftfeuchtigkeit gering ist. Das kommt daher, dass trockene Luft den Schweiß besser aufnehmen kann. Die normale Temperaturregelung des Körpers kann funktionieren. Ist die Luftfeuchtigkeit aber hoch, kann der Schweiß wesentlich schlechter verdunsten (und damit den Körper kühlen), weil die feuchte Luft kaum mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. In der schwülen Luft rinnt der Schweiß, ohne zu kühlen.
    Wenn man nun mit den feuchten Tüchern viel Wasser in den Raum bringt, erzeugt man künstlich schwüle Luft. Den Effekt der kurzzeitigen Temperatursenkung erkaufe ich mir mit einer ständigen schwülen Luft.
    Die Temperatursenkung durch das Aufhängen von feuchten Tüchern (möglichst mit sehr kaltem Wasser getränkt) ist dann am besten, wenn durch ständige Lüftung die nun sehr feuchte Luft abgeführt werden kann. Also nicht bei geschlossener Tür und Fenster anwenden. Und die Luft im Freien muss auch schon trocken sein, damit das Wasser aus den feuchten Tüchern überhaupt verdunsten kann! Wenn draußen schon schwülwarme Gewitterluft ist, können Sie sich die feuchten Tücher sparen!

  • Sonneneinstrahlung vermeiden!
    Hier gilt es in 3 Richtungen zu überlegen:
    • Durch den Treibhauseffekt der Glasfenster können sich selbst Räume mit kleinen Fensterflächen stark erwärmen. Gut verstellbare Außenjalousien oder Markisen, die das Sonnenlicht von den Fenstern fernhalten bringen natürlich die größte Wirkung. Das macht meist mehr aus, als die obenerwähnten mobilen Kühlgeräte.
      Weniger aufwendig in der Anschaffung und bei weitem nicht so wirksam sind die Innenjalousien an den Fenstern, oder schwere Vorhänge.

    • Bauen Sie einfach ein dichtes Pflanzenspalier vor Ihre Außenwand. Das verhindert, dass die Sonnenstrahlen direkt auf die Außenmauer treffen. Das verringert nicht nur die Wärmebelastung auf das Mauerwerk deutlich, schützt aber auch das Mauerwerk vor den aggressiven Sonnenstrahlen.

    • Bauen Sie einfach ein dichtes Pflanzenspalier vor Ihre Außenwand. Das verhindert, dass die Sonnenstrahlen direkt auf die Außenmauer treffen. Das verringert nicht nur die Wärmebelastung auf das Mauerwerk deutlich, schützt aber auch das Mauerwerk vor den aggressiven Sonnenstrahlen.

    • Eine zusätzliche Isolierung des Mauerwerks (z.B. mit Styropor) schützt im Winter nicht nur vor Kälte, sondern auch im Sommer vor Hitze.

    Was am geeignetsten ist, sollte man mit einem Architekten oder guter Gartengestalter beraten.

  • Auch den Einsatz von Sonnenschutzverglasung sollte man prüfen, aber nicht nur was es bringt, sondern auch ob es baurechtlich zulässig ist (was für alle baulichen Veränderungen gilt).

  • Vor dem Bauen die Kühlung planen!

    Wer in der Mietwohnung lebt hat oft keine großen Möglichkeiten bauliche Veränderungen durchzuführen. Wer aber plant, ein Haus zu bauen, sollte schon vorher die wichtigen Überlegungen zur Dämmung und Kühlung anstellen. Muss die größte Fensterfront unbedingt nach Süden zeigen? Passiv die Erwärmung verhindern, ist immer billiger, als eine Kühlung zu betreiben!

    Ich hoffe, mit den Tipps konnten Sie etwas anfangen!



    Wohnung ständig lüften!

    Na dann lassen wir mal die paar Grad draußen auch noch rein. Wenn die Temperaturen im Freien die 30C Marke überschreitet, kann es nur heißen Fenster zu, wenn die Innentemperatur noch unter 30C liegt. Nur über Nacht oder in den frühen Morgenstunden lüften.
    Wichtiger ist aber, die Sonne am Eindringen durch die Fenster hindern. Dabei gilt immer dem Sonnenschutz den Vorzug zugeben, der die Sonne daran hindert, erst die Fensterscheibe zu erreichen. Hinter der Fensterscheibe tritt der so genannte Treibhauseffekt ein, weil Lichtstrahlen beim Durchtreten der Fensterscheibe in Wärmestrahlung umgewandelt werden und so die Temperatur im Zimmer noch erhöhen.

    Abkühlung unnötig?

    Wenn der Körper überhitzt ist, sollte man sich vor einem Sprung ins erfrischende Nass immer kurz etwas abkühlen, egal ob man kurz duscht, oder nur mal kurz planscht. Nicht jeder Kreislauf verträgt eine ruckartige Abkühlung, auch wenn das Wasser scheinbar schon sehr warm ist. Wer seinen Körper bei Saunagängen an solche Temperaturwechsel gewöhnt hat, ist natürlich klar im Vorteil.

    Auto-Klimaanlagen helfen

    Auch hier gilt, nicht zu kalt einstellen. Tipps zur Einstellung gibt es Hier!
    Vorsicht vor heruntergelassenen Fenstern! Die Zugluft kann schnell zu Unterkühlungen an ungeschützten Körperteilen führen. Gern betroffen der bloße Nacken. Viel Spaß, wenn der Hals steif wird.

    Ich hoffe, meine Tipps konnten helfen.



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