Dreitägiges Wezel - Symposium
in Sondershausen
im Rahmen der 2. Thüringer Landesausstellung
vom 20. Mai bis 22. Mai 2004

Ein Rückblick

Das diesjährige Wezel - Symposium war in der Vielfalt seiner interessanten Beiträge und aus der Sicht neuer wissenschaftlicher Betrachtungsweisen zu ausgewählten Wezelschen Werken eine beachtenswerte Fortsetzung des 1. Sondershäuser Symposiums von 1994, wobei auch diesmal wieder die Heimatstadt des Dichters, Philosophen, Satirikers und Pädagogen Johann Karl Wezel mit dem Carl-Schroeder-Saal als Tagungsstätte eine würdige Anerkennung erfuhr.
"...ein Gedicht, hier in die Arbeit eintreten zu können", so Prof. Dr. Klaus Manger von der Friedrich-Schiller-Universität Jena am Eröffnungstage - und weiter: "Wezel ist keine lokale Größe, sondern als universaler Aufklärer zu betrachten". Die inhaltliche Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung lag im Verantwortungsbereich der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wobei Dr. Jutta Heinz und Cornelia Ilbrig federführend waren. Letztere konnte zur Eröffnung am Donnerstagnachmittag unter den zahlreich erschienen Teilnehmern und Gästen auch namhafte Vertreter der Stadtverwaltung und des Landratsamtes Kyffhäuserkreis begrüßen.
Die Themenvielfalt, dargeboten in 15 Vorträgen, kann hier nur aphoristisch dargestellt werden. Die Gesamtheit der Beiträge erscheint als Band 6 (Doppelband) des Wezel-Jahrbuchs 2005.
Wezel-Jahrbuch

Folgende Themenschwerpunkte bildeten die Grundpfeiler des Symposiums:

  1. WEZEL ALS LITERATURKRITIKER UND AUFKLÄRER

    •  Dr. Hans-Peter Nowitzki    ( FSU Jena)
      - zu Wezels Kultur- und Aufklärungskonzeption
      "Der Schriftsteller und Dichter hat den Auftrag, das Volk aufzuklären und Kultur zu vermitteln. Das sind keine leichten Ziele"

    •  PD Dr. Hans-Joachim Kertscher   (IZEA Halle)
      - Wezels Schrift über Sprache, Wissenschaften und Geschmack der Deutschen
      "Wezel fordert, selbst Werke in gutem Deutsch zu schreiben und nicht Werke in anderen Sprachen ins Deutsche zu übersetzten. Seine Programmatik geht weit über das 18. Jahrhundert hinaus."

    •  Prof. Dr. Manfred Beetz   (IZEA Halle)
      - Wezels Diskussion von Vorurteilen in seiner Anthropologie und in BELPHEGOR
      "Vorurteile sind ungeprüfte Meinungen! Wezel kultiviert seine Steckenpferde; untersucht individuelle Eigenliebe und Entstehung von Vorurteilen"

    •  Dr. Gideon Stiening   (LMU München)
      - Selbstgefühl und Bewußtsein bei Wezel im Ausgang von John Locke

  2. ZU WEZELS LITERARISCHEN WERKEN

    •  Prof. Dr. Klaus Manger   (FSU Jena)
      - Versuch über Wezels (Un-) Anschaulichkeit
      "Anschauung = Bedingung der Lebendigkeit, vordergründig dargestellt am TOBIAS KNAUT."

    •  Nikolaus Immer, M.A.   (FSU Jena)
      - Wezels Tobias Knaut und das Paradigma Stern

    •  Cornelia Ilbrig, M.A.   (FSU Jena)
      - Wezels wirkungspoetisches Dichtungskonzept am Beispiel der Literatursatire SILVANS BIBLIOTHEK oder Die gelehrten Abenteuer

    •  PD Dr. Jutta Heinz   (FSU Jena)
      - "Das ganze Leben ist ein Spiel" - Der KAKERLAK als Antwort auf BELPHEGOR Bücher als "männliche Puppen" - positive Neubewertung des Spiels, lyrische und prosaische Passagen bildeten die Grundlage des Vortrages

    •  Dr. Valerie Le Vot   (Universitè Paris IV Sorbonne)
      - Frauenbilder bei Wezel
      "Die Frauenfiguren in HERMANN UND ULRIKE werden lebendig in der Darstellung ihrer Standesunterschiede und daraus resultierend ihr äußeres Erscheinungsbild ihrer Gefühle, ihr Denken und Handeln."
    •  PD Dr. Heinrich Macher   (FSU Jena)
      - Zur Lessing Rezeption in Wezels Dramen

    •  Annett Kirschner   (Jena) - Wezels Lustspiel DIE SELTSAME PROBE
      "Der Komödiendichter ist ein Maler der Sitte."

  3. WEZEL ALS PÄDAGOGE UND SKEPTIKER

    •  Dr. Nicolas Pethes   (RFWU Bonn)
      - "Beobachtungsgeschichten" - Wezels Pädagogik zwischen Philanthropismus und Menschen.
      "Welche Seite der Welt soll man jungen Leuten zeigen; Kopplung von Kenntnis und Beobachtung; Veröffentlichung von Fallstudien."

    •  Prof. Dr. Detlev Kremer   (WWU Münster)
      - Deformierte Kultur. Aspekte eines skeptischen Kurses bei J. K. Wezel
  4. ZUR WEZEL-REZEPTION

    •  Prof. Dr. Alexander Kosenina   ((HU Berlin)
      - Wezel im Theater der Gegenwart
      "Gegenstand des Vortrages war Einar Schleefs Schauspiel WEZEL entstanden 1983"
      Uraufführung: 7. Oktober 1995 im Achteckhaus Sondershausen

    •  Christoph Neubert, M. A.   (Universität Köln)
      - Wezel. Figuration eines Desiderats
      "Die zwei existierenden Wezel-Bilder standen im Mittelpunkt des darstellenden Vergleichs und seiner deutenden Aussage."

Eine intensive und förderliche Zusammenarbeit der Veranstalter Johann-Karl-Wezel-Gesellschaft, Friedrich-Schiller-Universität Jena und der 2. Thüringer Landesausstellung als Kooperationspartner war die Grundlage für den erfolgreichen Verlauf unseres Symposiums und gleichzeitig eine hörbare Bestätigung für die Wezelaufwertung in ganz Deutschland und darüber hinaus. Unser besonderer Dank gilt dabei auch der Stadtverwaltung Sondershausen, dem Landratsamt Kyffhäuserkreis und der Fleischer Hartlep, die uns in Vorbereitung und Durchführung der Wezeltage hilfreiche Partner waren.

J.-K.-Wezel-Gesellschaft
Vorstand

 

TA

Artikel durfte veröffentlicht werden mit freundlicher Genehmigung der TA.

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