Einladung

Am Freitag, dem 20. Februar 2004 laden um 19.30 Uhr die Johann-Karl-Wezel-Gesellschaft und die Goethe-Gesellschaft alle Mitglieder und Interessenten zu einer gemeinsamen Veranstaltung in den Carl-Corbach-Klub recht herzlich ein.

Dr. Jochen Klauß vom Goethe-Nationalmuseum Weimar spricht über den Maler Kunstkenner und Kunstgelehrten Johann Heinrich Meyer, der "Kunschtmeyer", wie der Weimarer Dichterfürst ihn nannte. Er war Goethes hoch geschätzter Berichterstatter, Begutachter, in allen künstlerischen Fragen das Orakel, darüber hinaus durch die Jahrzehnte hindurch einer der wichtigsten und verläßlichsten Freunde, von dem der Dichter in Augenblicken drohender Gefahr mehr als einmal sagte, dass er Heinrich Meyers Tod nicht zu überleben wünsche. Schon zu Lebzeiten ging dem gradlinig-bescheidenen Schweizer Künstler und Kunsttheoretiker der Ruf voraus, "ein philiströser Handlanger, ein pedantischer Kleinigkeitskrämer" zu sein. Dr. Jochen Klauß räumt mit diesem Vorurteil auf und stellt zum ersten Mal den Menschen Meyer und seine Rolle im Gefüge der Weimarer Kulturszene und Geselligkeit dar.

Meyer wird in dieser Darstellung nicht wie bisher üblich ausschließlich als Rom-Kenner und Freund Goethes charakterisiert, sondern auch als Vermittler deutsch-Schweizer Beziehungen. Aus der Summe der Ausstrahlungen dieses europaweiten kulturellen Netzwerkes - Zürich war unstreitig Teil der unsichtbaren deutschen Gelehrtenrepublik - ergab sich letztlich auch das Phänomen "Weimarer Klassik", das ohne auswärtige Kultureinflüsse nicht denkbar ist. Zum anderen würdigt Jochen Klauß zum ersten Mal den "Kunschtmeyer" als "Wohltäter" Weimars. Die Schilderung von Meyers Leben wird durch kulturgeschichtliche Hintergrundinformationen und durch Anekdoten aufgelockert, so dass ein zeitgeschichtlich interessantes Porträt entsteht.
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Manuskriptanfrage über:
Dr. Jutta Heinz/Cornelia Ilbrig M.A.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Institut für Germanistische Literaturwissenschaft
07740 Jena

e-mail: Wezel-Jahrbuch@uni-jena.de